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Strasburg / Westpreußen
historische
Fakten
Strasburg (polnisch:
Brodnica, Kr. Strasburg, Kulmer Land). Die junge Stadt an einem wichtigen
Drewenzübergang wurde 1298 von den Sudauern überfallen, nachdem sie kurz zuvor gegründet
und besetzt worden war; damals war hier auch schon ein Konvent des Deutschen Ritterordens
vorhanden. Das Ordensschloß wurde zwischen 1305-1330 erbaut, die Schloßkapelle 1339
feierlich eingeweiht. In dieser Zeit begann man auch die großzügig auf zwei Türme
angelegte Pfarrkirche St. Katharinen zu erbauen. Sie und die Baureste des Rathauses
zeugen von einer günstigen Entwicklung der an wichtiger Straße gelegenen Stadt.
Im Mittelalter zählte sie 88 Höfe und hatte u. a. 16 Fleischbänke. Am 7. Oktober
1414 wurde hier unter westeuropäischer Vermittlung ein Waffenstillstand zwischen
dem Orden
und Polen geschlossen, der bis 1421 verlängert werden konnte. Im
13j. Städtekrieg
wurde Strasburg 1461 durch den Söldnerführer Bernhard v. Zinnenberg erobert. Er,
und nach seinem Tode sein Bruder, behielten die Stadt ebenso wie Kulm und Althausen in Pfandbesitz bis 1478, als sie
von König Mathias Corvinus von Ungarn ausgelöst und dem Deutschen Orden
überlassen wurde. 1479 wurden diese Plätze vertraglich dem König v. Polen übergeben.
1563-1566 wurde Strasburg evangelisch, seine Bürger blieben es auch mit wenigen
Ausnahmen, obwohl sie 1598 die Pfarrkirche den Kath. übergeben mußten. 1646 erwirkte
die evangelische Gemeinde ein kgl. Religionsprivileg und weihte das »Steinhaus«
am Markt zu ihrem Gotteshaus. 1772 hatte Strasburg 228 Feuerstellen und 1.283 Einwohner,
1807: 2.113, 1816: 1.994, 1826: 2.669 Einwohner. Unter der Fürsorge der preuß. Verwaltung
hatten sich insbesondere Tuchmacherei, Schuhmacherei und Gerberei für den Absatz
nach Kongreßpolen entwickelt. Diesem Exportgeschäft, das sich während der russischen
Grenzsperren als Schmuggel behauptete, machte die russische Zollpolitik um die Mitte
des 19. Jh. ein Ende. Eine Wiederbelebung der Gewerbe brachte erst der Ausbau der
Straßen und Eisenbahnen. 1890 hatte Strasburg 6.211 Einwohner (darunter 2.587 Ev.,
480 Juden).

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Quellen:
Wappen und Foto: Archivmaterial;
Text: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen,
Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 215-216
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