)* Diese Personen wurden nur im Sommer oder nach
Bedarf beschäftigt.
Während der Zeit von 1939 bis 1945 wurden für die zum Kriegsdienst
eingezogenen männlichen Personen von der Regierung zugewiesene Fremdarbeiter
(gegen Bezahlung an die Regierung) beschäftigt.
Bis auf die Saisonarbeitskräfte mußten alle Personen mit 3 Mahlzeiten auf dem
Hof und 2 Mahlzeiten außerhalb verpflegt werden.
Alle anfallenden Arbeiten mußten ohne
maschinelle Hilfe erledigt werden. Für die
Feldarbeit wurden Pferde
- auch aus eigner Zucht - eingesetzt, da Traktoren oder andere Maschinen
zu
damaliger Zeit noch nicht üblich waren. Ausnahme war ein Dreschkasten.
Dessen Antrieb erfolgte im Regelfall über ein Rosswerk mit bis zu 4 Pferden
oder eine Lokomobile.
Ebenso gab es für den ganzen Ort noch keine Stromversorgung. Als Beleuchtung
wurden bis 1945 Petroleumlampen eingesetzt.
Eine Versorgung mit Elektrizität vor 1945 wäre möglich
gewesen, wurde aber - nach einer Abstimmung im Ort - aus Kostengründen nicht
durchgeführt. Z.B. war der Nachbarort Köngistal bereits an das Stromnetz
angeschlossen. Ebenso verfügte die Domäne Adlig
Borken in Dreifelde
über eine eigene Stromerzeugung in Zusammenhang mit der Brennerei.
Die Stadt Bialla hatte schon seit 1903 Licht- und Kraftstrom. Die Preise
je Kilowattstunde (je nach Verbrauch zwischen 65 Pf. und 40 Pf.) lagen jedoch im
Verhältnis zur damaligen Kaufkraft (der durchschnittliche Stundenlohn eines Landarbeiters betrug um
1940 etwa 0,90 RM) sehr hoch.
Die Entscheidung der Bogumiller, zunächst auf Strom zu verzichten,
kann daher wohl nachvollzogen werden, zumal zwischen 1918 und 1935 die
ostpreußische Landwirtschaft eine schwierige Zeit zu bewältigen hatte.
weiterführende Informationen in:
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1990, Seite 22-40
Dörfliche Arbeitswagen und Spazierwagen in Ostpreußen.
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1989, Seite 71-77
Das Vielzweckgerät "Schleife" (Sommerschlitten).
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1989, Seite 90-92
Ein Dreschtag in Ostpreußen.