Stollendorf (Wiersbinnen)
/ Ostpreußen
kleine Chronik
von Ulrich Haffke
1467
Gründung durch den Deutschen Ritterorden als Freigut mit 40 Hufen
nach köllmischem Recht.
1468
Verschreibung des Dienstgutes „Wierssbynn"
mit 40 Hufen (ca. 670 ha) durch „den Komtur des Deutschen Ordens
zu Morunge" an den Altpreußen Christoff Skolim.
1538
Besitzwechsel: 22 1/2 Hufen an den Schultheißen Martin
(Gutowski) aus Drygallen und 17 1/2 Hufen
an Bogusz Kosak aus Mykossen; beide waren Masowier.
1656
Dorf durch Tataren verwüstet.
1710
Große Pestepedemie.
1759
Gründung der Dorfschule, zuerst einklassig, ab 1870 zweiklassig.
1800
zweisprachiger Unterricht: Deutsch und Masurisch.
1807 / 1808
Verarmung der Dorfbevölkerung durch Kontributionen an russische
Truppeneinquartierung.
1812
Desgleichen an französische Truppeneinquartierung.
1818
Eingliederung in den Kreis Johannisburg.
1865
Choleraepedemie: 49 Tote, fast 10% der Dorfbevölkerung.
1867
1700 ha Gemeindegemarkung einschl. Halbinsel Klein-Amerika und
Roseninsel.
1870
Errichtung des zweiklassigen Schulgebäudes.
1890 / 1892
Verkauf von 1470 ha Gemeindegemarkung: 700 ha an Truppenübungsplatz
Arys, 600 ha Aryssee an Domänenfiskus und 150 ha an Forstfiskus.
1895
- Errichtung eines Blechbarackenlagers - Zielbaukomando - für
Garnison Arys.
- 129 Einwohner.
- Fläche: 1.458 ha.
1911
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wiersbinnen.
1913
Blechbaracken durch massive Gebäude ersetzt. 622 Dorfeinwohner.
1914
Zweimaliger Russeneinfall: 2 Gehöfte durch Brandlegung vernichtet,
10 Personen verschleppt, nur 3 kehrten zurück.
1915
Kampfgebiet der „Schlacht an den masurischen Seen".
1920, 11. Juli
Volksabstimmung in Masuren.
Die Einwohner von Wiersbinnen haben folgendermaßen abgestimmt:
1921
Gründung des Sportvereins Wiersbinnen.
1925
606 Einwohner.
1930
Fläche: 1965 ha.
1933, 4. Mai
Großbrand: 7 Wohn- und Wirtschaftsgebäude vernichtet.
1935
Arbeitsdienstabteilung I/27 in Zielbaukaserne etabliert.
1938
Umbenennung des Dorfes Wiersbinnen in Stollendorf.
1939
631 Einwohner
1944
Im Dezember: ca. 700-800 Einwohner, davon von 1939-1944 40 Gefallene.
1945, 21. Januar
Einsetzen der Flucht vor sowjetrussischen Truppen, 8 Personen
bleiben im Dorf.
1945, 26. Januar
Sowjetrussische Truppen im Dorf; 31 Wohn- und Wirtschaftsgebäude
durch Brandlegung und Beschuß zerstört; 6 Dorfeinwohner ermordet, weitere 26 Personen
aus Flüchtlingstrecks ermordet, 5 Dorfbewohner in der Verschleppung verstorben.
1945, 1. August
Offizielle Einrichtung der polnischen Verwaltung.
1945, 1. Oktober
81 ehemalige Dorfeinwohner im Ort.
1945, 23. Oktober
67 Dorfeinwohner von der polnischen Verwaltung ausgewiesen, 14
Personen bleiben zurück, 8 davon verziehen später nach
Arys,
Drigelsdorf
und Sensburg.
1952
Dorfbevölkerung: 6 Deutsche, 132 Polen; von letzteren sind es
15 bäuerliche Familien, 4 arbeiter- und 2 gewerbetreibende Familien.
1987
Dorfbevölkerung: Keine Deutschen, 216 wahlberechtigte Polen.