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Landwirtschaftliche Produkte und deren Absatz Am Beispiel des Hofes Ludwig Sczuka II sollen hier für Bogumillen typische Erzeugnisse und deren Absatzwege vorgestellt werden. Der Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse Die landwirtschaftliche Produktion lag Mitte des vorigen Jahrhunderts noch sehr im argen. Der Absatz der Erzeugnisse war sehr schwierig. Der Transport zu dem Absatzmarkt, in der Hauptsache war es Königsberg, war sehr beschwerlich. Er mußte mit dem Funrwerk bewältigt werden und dauerte meist 1-2 Wochen. Die Hauptprodukte waren Roggen, Kartoffeln, Fleisch und Wolle. Durch den Bau der Eisenbahn Allenstein-Lyck und Johannisburg-Lötzen sowie Johannisburg- Fischborn (Dlotowen) wurde der Kreis Johannisburg verhältnismäßig gut erschlossen. Gleichzeitig setzte durch das Aufblühen der Industrie eine erhöhte Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen ein, die eine Erhöhung der Produktion rentabel machte.
Das Futtergetreide wurde zum größten Teil in den örtlichen Mühlen verarbeitet. Neben den größeren Mühlen in Johannisburg (Walker, Wiemer), in Gehlenburg (Zander, Wylinski) und in Arys (0. Kirchhof) gab es noch andere Motormühlen, von denen hier nur einige genannt sein mögen: Plath-Morgen, Wiemer-Eichendorf, Maschlanka-Königstal. Hinzu kommen noch einzelne Windmühlen.
Der Absatz des Viehes erfolgte über die Viehverwertungsgenossenschaft Johannisburg und über die Händler oder durch Direktverkauf an die Schlachter. Der Versand ging vornehmlich nach Berlin, Dresden und dem Ruhrgebiet. Die Milchproduktion war Ende des 19. Jahrhunderts noch gering. Die Milch wurde zum Teil im eigenen Betrieb verbraucht oder verbuttert für den Verkauf auf den Wochenmärkten in Johannisburg, Gehlenburg und Arys oder in Lyck und Nikolaiken. Erst nach Verbesserung des Grünlandes und Erhöhung der Milch- und Butterpreise stieg die Produktion. Nach 1900 wurden Molkereien gegründet, vor allem in Johannisburg, Arys und Gehlenburg. Einige Güter hatten eine eigene Gutsmolkerei wie z. B. Domäne Drigelsdorf und Flockau. Letztere war bekannt durch die Herstellung eines sehr guten Tilsiter Käses, der auch in den Nachbarkreisen guten Absatz fand. Im Laufe der Jahre entstanden weitere Molkereien in Dreifelde, Gehsen, Weißuhnen, Mittenheide, Seegutten, Eichendorf, Richtenberg, Morgen, Gr. Rosen u. a. Es waren zum Teil Privat-, zum Teil Genossenschaftsunternehmen. Im Rahmen der Marktordnung des Reichsnährstandes wurden in den letzten Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg die kleineren Molkereien nach und nach geschlossen und zu dem Einzugsgebiet der Kreismolkerei in Johannisburg zugeschlagen. Einige Gemeinden an der Kreisgrenze lieferten die Milch über die Kreisgrenze, so z. B. Zollerndorf nach Nikolaiken, Seehöhe nach Martinshagen. Das Geflügel und die Eier wurden früher meistens auf den Wochenmärkten abgesetzt, später an Händler und Eierverwertungsgenossenschaften geliefert. Vor Weihnachten wurden besonders Gänse in die Großstädte geschickt.
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