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| | Geschichte
von Arys
Kr. Johannisburg
Arys (polnisch: Orzysz,
Kr.
Johannisburg / ab 1905 Rbz.
Allenstein). Das Ufergebiet des Sees, an dem Arys entstand, ist schon in
vorgeschichtlicher Zeit besiedelt worden. Bei der künstlichen
Senkung des Aryser Sees 1895 kamen Reste von Ufersiedlungen mit
Packwerkunterbau
aus Pfählen, Baumstämmen und Faschinen (sogenannte Pfahlbauten) zum Vorsehein, die
nach den Forschungen von Rossius der jüngeren Bronze- und frühen Eisenzeit (1000-300
v. Chr.) angehören. Nach der erhaltenen Gründungsurkunde von 1443
wurde Arys vom Hochmeister Konrad v. Erlichshausen als Zinsdorf angelegt und erhielt den Namen
»Neudorf«. In den Rechnungen des Hauptamtes Rhein Ende des 16. Jh. wird Arys als Kammeramt bezeichnet. Wahrscheinlich ist Arys das älteste Kammeramt Masurens.
Für eine günstige Entwicklung der an der alten Handelsstraße Rastenburg-Rhein-Eckersberg-Warschau gelegenen Siedlung
spricht die Tatsache,
dass König Friedrich Wilhelm I. dem Ort am 3. März 1725 das
Stadtrecht verlieh.
Der 7jährige Krieg brachte der Stadt vier Jahre lang russische Besetzung. Auch
1806/1807 lagen zeitweise in der 1.000 Einwohner
zählenden Stadt 16.000 Mann im Quartier.
1812/1813 hatte Arys ebenfalls unter
Truppendurchzügen und Einquartierungen sehr zu leiden. Zu allem Unglück vernichtete eine Feuersbrunst 1826 die ganze Stadt. Von diesen Schicksalsschlägen hat sich
Arys nie wieder völlig erholen können, obwohl die
Errichtung eines Truppenübungsplatzes (1890) und der Anschluss an das
Eisenbahnnetz der Provinz (1925) vorübergehend einen gewissen Auftrieb
brachten. Immerhin ist die Einwohnerzahl seit 1782 von 90 bis 1924 auf 2.848
gestiegen. Im ersten Weltkrieg war die Stadt 20 Tage in den Händen der Russen
und nahezu völlig zerstört. Der Wiederaufbau wurde dank der Hilfe der Provinz
Sachsen, die die Patenschaft übernommen hatte, noch während des Krieges durchgeführt. Am Abstimmungstage (11. Juli 1920) wurde für Polen keine Stimme
abgegeben.
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Quellen:
Wappen: Johannisburger Heimatbrief 1999, Seite 126;
Text: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen,
Kröner Verlag, 1966-1981, Seite 6-7 |


weitere Informationen in:
Die Winterschlacht
in Masuren 7. - 21. Februar 1915;
Jähnig: "Die Stadtwerdung von Arys" mit Anhang: "Die ev. Kirche von Arys",
mit Fotos und Kirchenvisitation vom 25. Nov. 1728,
VFFOW, APG NF Band 23, Seite
113-132;
Faltin: "Die Rektoren und Konrektoren der Kirche zu Arys"
VFFOW, APG NF Band 14, Seite
79-80;
Janczik: "Einnahmer und Ausgabenrechnung der Kirche zu Arys 1669-1673"
VFFOW, APG NF Band 19, Seite
55-60;
"Aus der Aryser Stadtchronik" zum 500-jährigen Bestehen der Ortschaft
und zum 200-jährigen Stadtjubiläum, Juni 1925,
Chronik-Sammelband, Kreisgemeinschaft Johannisburg, 1982
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