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Willenberg
/ Kr. Ortelsburg
historische Fakten |
Willenberg (Wielbark, Kr. Ortelsburg).
Willenberg anfangs auch Wildenberg genannt, wird urkundlich zum ersten mal 1361
bezeugt. Auf einer vom Omuleffluß gebildeten Insel errichtete der Orden ein
»Wildhaus«, das bereits in diesem Jahr Sitz eines Pflegers war. In dem Raum
zwischen Omulef und Sawitzfluß (damals Schefke genannt) und auch rechts des
Omulef siedelten Beutner und Jäger. Neben dem »Wildhaus« wurde ein Hammerwerk
errichtet, in dem das in der näheren Umgebung reichlich vorhandene Rasensteinerz
verarbeitet wurde. Die Gemeinde Willenberg nahm im 15. Jh. eine günstige
Entwicklung dank der Lage an der alten Durchgangsstraße Königsberg–Warschau, so
daß Herzog Albrecht sich mit dem Gedanken trug, hier eine Stadt anzulegen. Der
Plan wurde aus unbekannten Gründen nicht verwirklicht. In einer Verschreibung
des Großen Kurfürsten vom 21. Juni 1643 wird Willenberg zwar als »Städtlein«
bezeichnet, die Stadtgerechtigkeit erhielt es jedoch erst am 21. Juli 1723 durch
König Friedrich Wilhelm I. Mit dieser Verleihung begann für die Stadt, die im
17. Jh. vor allem durch den Tatareneinfall schwer gelitten hatte, eine Periode
des Aufstiegs. Insbesondere entfaltete sich ein blühendes Tuchmachergewerbe, das
durch die zollfreie Einfuhr der Wolle aus Polen sehr begünstigt wurde. Einen
Rückschlag erfuhr diese Entwicklung im unglücklichen Kriege. 70.000 Franzosen
durchzogen die Stadt. Napoleon hatte vom 21. Januar bis 2. Februar 1807 im
Amtshaus der Domänenkammerverwaltung sein Hauptquartier aufgeschlagen. Die Stadt
verlor in diesen Notzeiten ihr beträchtliches Grundvermögen. 1817 wurde
Willenberg, das bis dahin dem Kreis Neidenburg angehörte, dem Kreis Ortelsburg
zugeschlagen. — Die Eröffnung der Bahnstredce Neidenburg—Willenberg—Ortelsburg
gab dem Wirtschaftsleben einen gewissen Auftrieb. 1914 war Willenberg Brennpunkt
der Schlacht bei Tannenberg. Dreimal wurde die Stadt von den Russen besetzt. In
einem Gefecht in der nächsten Nähe von Willenberg wurden 16.100 Russen gefangen.
Dicht bei der Försterei Karolinenhof erschoß sich der Kommandeur der Narewarmee
Samsanow. Auf Veranlassung des Orteisburger Landrats v. Poser wurde über dem
Grab ein schlichtes Denkmal errichtet, das die Inschrift trug: »General Samsonow,
der Gegner Hindenburgs in der Schlacht bei Tannenberg, gefallen 30. August
1914.« Der Ausgang des Krieges brachte Willenberg mit dem Fortfall des
gewinnbringenden Grenzverkehrs schwere wirtschaftliche Nachteile. Nach dem
Kriege war Willenberg nur ein ländliches Marktzentrum und Wohnsitz von Zoll-,
Bahn- und Postbeamten. Die Einwohnerschaft belief sich 1925 auf 2.441 Seelen,
gegen etwa 1.100 im Jahr 1782. Der 11. Juli 1920 endete auch in Willenberg mit
einem deutschen Abstimmungssiege: 1.581 Stimmen wurden für Deutschland, 24 für
Polen abgegeben.
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Quellen:
Wappen: Ostpreußische Städtewappen,
Landsmannschaft Ostpreußen e.V., Hamburg 1996, Seite 41;
Text: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen,
Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 239-240 |
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