Home Nach oben Inhalt / Suche Copyright Impressum Gästebuch
Angerburg
 

 
Das Buch:

Das Buch: Johannisburg in Ostpreußen. - Für weitere Infos hier klicken!

Johannisburg in Ostpreußen

 
Videos aus Masuren und dem Kreis Johannisburg. - Für weitere Infos hier klicken!
Masuren-Videos

Die Kreisstadt Angerburg
historische Fakten

Angerburg. Stadtwappen bis 1945.Angerburg. Kirche und Kaiser-Wilhelm-Denkmal. (Foto undatiert, vor 1920)Angerburg (polnisch: Wegorzewo, Kr. Angerburg). Am Nordende der großen rnasurischen Seenkette überquert eine uralte Ost-West Straße von Sudauen ins Bartener Land den Nordausfluß, die Angerapp wie mehrere vorzeitliche Gräberfelder anzeigen. Der Ritterorden errichtete um 1335 unter dem Hodimeister Dietrich v. Altenburg hier auf einer Flußinsel ein Wildhaus, das die Litauer unter Kynstut 1365 zerstörten. Der erneute Aufbau in Stein erfolgte 1398 etwas weiter landeinwärts. Um 1450 war neben der Burg eine kleine Ansiedlung entstanden, die nach Rückschlägen 1514 eine neue Verschreibung unter dem Namen Neudorf erhielt. 1528 wurde die erste Kirche in Holz erbaut, um 1560 der Mauersee für die Schloßmühie zu seiner jetzigen Höhe aufgestaut, und am 4. April 1571 Angerburg zur Stadt erhoben. Seit 1611 zählt der steinerne Ausbau der später mehrfach vergrößerten Kirche. Im 17. und 18. Jh. hinderten Kriege, Festseuchen und verheerende Brände das Gedeihen der Stadt. Der 1703 formierten Bürgerkompanie folgten 1718 Kürassiere vom Regiment v. Katte. Der herrische General bedrückte Rat und Bürger, sorgte aber für einen neuen Markt, Kasernen und die sogenannte Wasserkunst, die fließendes Wasser lieferte. Das 19. Jh. brachte Städteordnung und Gewerbefreiheit, doch hemmten 1831 Cholera und danach Teuerungsjahre den Fortschritt. Nachdem mehrere Versuche, die Angerapp schiffbar zu machen, fehlgeschlagen waren, wurde 1845 der Plan, eine Verbindung von Johannisburg nach Angerburg zu schaffen, wieder aufgenommen und bis 1857 durchgeführt. Am. 3. September 1856 legte das Dampfschiff »Masovia« von Lötzen kommend zum ersten Male in Angerburg an. Der Masurische Kanal, der den Mauersee mit der unteren Alle verbinden sollte, ist trotz wiederholter Bauansätze nie fertig geworden. 1908 regelte man den Wasserstand der großen Seenkette einheitlich auf 116 m über NN. Die Stadt Angerburg erwarb sich durch das seit 1880 entstandene Siechen- und Krüppelheim, die »Wohltätigkeitsanstalten Bethesda«, einen guten Ruf. In der Schlacht an den masurischen Seen vom 8.-11. September 1914 spielten sich im Raum westlich und östlich von Angerburg harte Kämpfe ab. Zum Gedenken entstand einer der würdigsten Gefallenfriedhöfe in Jägerhöhe, oberhalb des Schwenzaitsees mit beherrschendem Fernblick. Der Schwenzaitsee selbst entwickelte sich nach 1920 zum Hauptplatz für den aufblühenden Eissegelsport. - Im Zweiten Weltkrieg ging Angerburg am 25. Januar 1945 an die Russen verloren und liegt heute im polnisch verwalteten Gebiet. Die Einwohnerzahl betrug 1756 ohne Militär 1.779, im Jahre 1937 fast 10.000, genau 9.577. - Angerburgs bekanntester Sohn, der Probst Georg Andreas Helwing (1666-1748), wurde als Heimatschriftsteller und anerkannter Botaniker Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften. In Angerburg begraben ist der Amtshauptmann Hans Georg v. Auer, der 1656 während des Tatareneifalls mit seinen Dragonern erfolgreichen Widerstand leistete.

zurück

Quellen:
Wappen: Das Ostpreußenblatt (www.Ostpreussenblatt.de), 2001;
Text: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen,
Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 4-5;
Foto: 10.000 Ansichtskarten, The Yorck-Project, Berlin, Stichwort: "Angerburg", 2001;

weitere Informationen:
Guttzeit: Ostpreußen in 1440 Bildern, Rautenberg, 1972-1996, Seite 40-42, 503-508

Familienforschung
S c z u k a

www. S c z u k a . net

Copyright © 1999-2012  W e r n e r   S c h u k a

Stand: 16. April 2012